Sicherheitstechnik
Der Unternehmensbereich Sicherheitstechnik entwickelt, produziert und vermarktet Produkte, Systemlösungen und Dienstleistungen für Personenschutz, Gasmesstechnik und ganzheitliches Gefahrenmanagement. Kunden sind die Industrie, der Bergbau und öffentliche Auftraggeber wie Feuerwehr, Polizei und Katastrophenschutz. Das Portfolio umfasst Systeme zur stationären und mobilen Gasmessung, persönliche Schutzausrüstung, professionelle Tauchtechnik, Alkohol- und Drogentestgeräte, verschiedenste Trainings- und Serviceangebote, aber auch Projektgeschäfte wie komplette Brandübungsanlagen.
Von den weltweit 4.409 Mitarbeitern arbeiteten am 31. Dezember 2010 49 % in Vertrieb, Marketing und Service, 37 % in Produktion, Qualitätssicherung, Logistik und Einkauf, 6 % in Forschung und Entwicklung sowie 8 % in der Verwaltung.
Der Unternehmensbereich Sicherheitstechnik produziert an den deutschen Standorten Lübeck und Hagen, in Großbritannien (Blyth und Plymouth), Tschechien (Chomutov) und Schweden (Svenljunga) sowie in Brasilien (São Paulo), den USA (Pittsburgh), China (Peking) und Südafrika (King William’s Town).
Der Unternehmensbereich ist insgesamt in 100 Ländern auf allen Kontinenten vertreten – in über 30 Ländern mit eigenen Vertriebs- und Servicegesellschaften.
Branchenentwicklung
Die Nachfrage in den Märkten der Sicherheitstechnik hat nach einer Stagnation im Vorjahr wieder angezogen. Das starke Wachstum der deutschen Wirtschaft führte hier zu einer entsprechenden Belebung. Dies galt gleichermaßen für die Industrie- und Behördenkunden. In Südeuropa stagnierte dagegen die Marktentwicklung infolge der Finanzkrise. In den USA pendelte sich die Entwicklung nach Lagerauffülleffekten im Verlauf des Jahres 2010 in der Industrie wieder auf Vorkrisenniveau ein. Öffentliche Auftraggeber lösten dort wieder in zunehmendem Umfang Bestellungen aus. In Asien waren insbesondere die Länder China und Indien mit einer starken konjunkturellen Wachstumsdynamik Motor für eine stabile Marktentwicklung. Der Ausbau der industriellen Wertschöpfung in den schnell wachsenden Schwellenländern trieb die Nach frage in Branchen wie der Stahlindustrie oder der chemischen Industrie an. Global entwickelte sich der Bedarf in Ländern mit dem höchsten BIP-Wachstum wie China, Indien oder Brasilien am stärksten. Die wirtschaftliche Entwicklung sowie steigende Lebensstandards führten dort zu Investitionen in Infrastruktur und bessere Ausstattungen von Feuerwehren und Polizei. Die seit mehreren Jahren anhaltende Konsolidierung von Anbietern hat sich im Jahr 2010 weiter fortgesetzt.
Künftige Branchensituation
Für die Sicherheitstechnik-Märkte erwartet Dräger für 2011 eine verhalten positive Entwicklung. Grund für die vorsichtige Einschätzung sind unter anderem anhaltend hohe und schwankende Rohstoffpreise sowie weiterhin global bestehende wirtschaftliche und finanzielle Risiken. Bedingt durch die regional sehr differenzierte Ausgangslage, dürfte auch die Entwicklung der Kundensegmente der Sicherheitstechnik sehr unterschiedlich ausfallen.
Die Wirtschaftsvereinigung Stahl erwartet 2011 einen Anstieg der weltweiten Nachfrage, getrieben durch den hohen Bedarf der aufstrebenden Volkswirtschaften in Asien. Die Stahlbranchen in Deutschland und den USA dürften sich weiter erholen, wenngleich sie 2011 noch nicht das Vorkrisenniveau erreichen werden. Auch der Zentralverband der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie rechnet für die Industriestaaten mit einem Wachstum von 4 %, während die Schwellen- und Entwicklungsländer jeweils um 10 % beziehungsweise 8 % wachsen sollen. Ähnliche Annahmen hat der Verband der Chemischen Industrie geäußert. Bedingt durch die begrenzten Wachstumsaussichten der Industrienationen rechnet er mit einem verlangsamten Wachstum in Deutschland. Die Sparte der petrochemischen Industrie sieht einer möglichen Konsolidierung entgegen. Grund hierfür ist die sinkende Nachfrage nach Ölprodukten durch sparsamere Motoren und Heizungen in den Industrienationen. Die Auslastung der Raffinerien ist nicht mehr allerorts gegeben, sodass Schließungen bei gleichbleibender Nachfrage wahrscheinlich sind. Stattdessen, so prognostiziert die Financial Times Deutschland, werden Raffinerien in Asien künftig den europäischen Markt versorgen. Laut einer Meldung von Business Monitor International gilt dies auch für die USA, wo bis 2015 ein erheblicher Kapazitätsabbau erwartet wird. Somit ist für Dräger in diesem Kundensegment eine langfristige Verschiebung des Markts in die Schwellen- und Entwicklungsländer in Asien zu erwarten.
Für den Bereich der Feuerwehrausrüstung erwartet Dräger global eine stagnierende Nachfrage, wenn auch mit regionalen Unterschieden. Die USA haben 2010 mit einem bis Ende 2011 abzurufenden Volumen von 390 Mio. USD im staatlichen Förderprogramm für Rettungsorganisationen und Feuerwehren die Investitionen gegenüber dem Mittel der Vorjahre reduziert. Der Auf- und Ausbau des Feuerwehrsystems in China wird weiterhin fortgesetzt, wenngleich auf niedrigerem Niveau als in den USA. In Deutschland ist in einem gesättigten Umfeld eine eher stabile Nachfrage zu erwarten.
Im Branchenmix ergibt sich mit kundensegmentbezogenen Unterschieden ein insgesamt positiver Ausblick für die Märkte.